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22.
Tourenbericht der Radwandergruppe des SV Holtland:
Oldambt: „Blauwe Stad en meer (mehr)“ 2008
Am 12.
Juli war es wieder so weit, alle waren wieder „heiß“ auf unsere
3-Tage-Rallye der Radwandergruppe des SV
Holtland. Zur Zeit haben wir stabil eine
Stammmannschaft von 7 Mitfahrern: Georg
Bach, Martin Hafermann, Dieter Heeren, Dieter Holtz, Dietrich Rupert,
Menno Siefkes und Uwe
Wilken. Wer Sport mit Spaß verbinden will,
ist eingeladen, im nächsten Jahr dabei zu sein.
Am
Sonnabend, den 12. Juli 2008 starteten wir um 7:30 Uhr wie üblich im
Mühlenkamp, unser ehemaliger Fahrtenchef und Spartenleiter
Horst Littmann hat
dies fotografisch dokumentiert. Windig und wolkig war’s, aber
(noch) trocken. Über den Ostfrieslandwanderweg, die Evenburgallee
und die Leda-Eisenbahnbrücke erreichten wir Ihrhove. Nun ging es in
westlicher Richtung bis Dorenborg-Coldemüntje – nun zogen dicke
Regenwolken auf. Kein Baum – kein Strauch zum Unterstellen, aber da
war die Eisenbahnüberführung Hilkenborg. Der Wind pfiff da aber
verschärft durch, so dass wir uns über die Emsbrücke bis in die
Vorhalle des Friesenbades Weener vorkämpften. Im Bad waren kaum
Gäste und so wollte uns das Personal zum Baden überreden; wir
lehnten dankend ab – geduscht hatten wir ja gerade! Gegen halb elf
erreichten wir über Weener-Holthusen Boen – und hier hatte Martin
uns bei Heinrich angemeldet. Wer ist Heinrich? – Ein Verwandter und
uns war die Versorgung mit warmen und kalten Getränken und
Sättigungsbeilagen in Brötchenform sehr willkommen. Nachdem wir den
Vereenigd of B.L.Tijdenskanaal gekreuzt hatten fuhren wir nördlich
von Bellingwolde in die Polderlandschaft. Wieder Regen und kein Baum,
aber da: ein kleines Haus mit Unterstellmöglichkeit. Merkwürdigen
Geschmack hatten die Leute dort, rote Lampen vor dem Eingang und rote
Tapeten „in de kamers“. Nette füllige Damen wünschten sich
unseren Besuch, aber schon war der Regen zu Ende und weiter ging’s
nach Oude Schans. Wir erreichten einen kleinen restaurierten
Festungsort mit gehobener Gastronomie und Künstler-Flair. Der Ort
liegt nahe am Grenzübergang Bunde, ist aber bei uns kaum bekannt.
Auch hier wurden wir von vielen Damen empfangen, allerdings mussten
diese kein Geld verdienen sondern konnten es ausgeben: Es war ein
weiblicher Oldtimerclub für britische MGs, die mit rund 20
Sportwagen eine Ausfahrt machten. Ein Leckerbissen für
Technik-Freaks – die Autos.
Am
frühen Nachmittag kamen wir über Beerta und Finsterwolde nach
Oostwold: Hier wurden 800 ha landwirtschaftliche Fläche eingedeicht
und überstaut und bilden nun das Oldambtmeer. Vor vier Jahren auf
der Rückfahrt von Hoogezand haben wir die Anfänge der Baustelle am
Informationsgebäude „Blauwe Stad“ besichtigt und waren doch
erstaunt, dass hier nun bereits Segel- und Motorboote, aber auch
Ausflugsschiffe fuhren. In Midwolda ist ein breiter Surf- und
Badestrand eingerichtet worden. Die Sonne schien und wir sahen dem
bunten Treiben ein wenig zu. Ähnliche Investitionsideen mit der
Zielsetzung „Wohnen am Wasser“ hatte man auch auf deutscher
Seite, doch irgendwie bleiben die Planungen bei uns immer irgendwo
stecken. Aber auch deutsche Arbeitnehmer profitieren vom Bau der
Blauwen Stad: Viele Bauunternehmungen können hier für die
Errichtung der neuen Wohnhäuser Aufträge abwickeln – derzeit
liegt es im Trend, hochwertige Bauten durch deutsche Unternehmer
zu verwirklichen.
Nach
einer Pause im „Café de brug“ in Nieuwolda ging es über
Weiwerd-Delfzijl nach Appingedam. Zwischdurch musste die flotte Fahrt
unterbrochen werden, Reifenpanne. Nach 92 km Fahrt bezogen wir im
Hotel „Het Wappen van Leiden“ im Stadtkern der alten Hafenstad
Appingedam unsere Zimmer. Vor einem Jahr, in Nienburg, war es recht
ruhig (man kann sagen: langweilig) am Abend, hier aber konnten wir
unser Erlebnisdefizit ausgleichen. Die Stadt hat mit ihrem
mittelalterlichen Grundriss, den Kanälen (Damster Diep) und
jahrhunderte alten Häusern („de hangende keukens“) sowie
gemütlichen Kneipen ein „heel bizonder gezellig Flair“.
Am
Sonntag, den 13. Juli, haben wir es dann ruhiger angehen lassen. Mit
gemütlicher Geschwindigkeit fuhren wir Richtung Norden in den
östlichen Teil der Waterschap Norderzijlvest. Ortsnamen, die wir
noch nie gehört hatten: Oosterwijwert, Leermens, Krewerd, Holwierde.
Bei Nansum erreichten wir den Seedeich an der Bocht van Watum und
konnten über die Eems die deutsche Küste von Pilsum bis Knock
überblicken. Mittag war in Delfzijl. An den früheren Hafenmolen, im
ehemaligen Baubüro zur Hafenerweiterung ist eine kleine
beliebte Fischgasstätte. Beim Ausbau der Küstenschutzanlagen hat
man oben auf dem Seedeich und auf den Sturmflutschutzmauern einen
Rundwanderweg integriert, von dem aus wir einen schönen Überblick
über die Stadt und den Hafen genießen konnten. Durch die
langgestreckten Parkanlagen am Damster Diep sind wir nach Appingedam
zurück gefahren und haben den Abend am chinesischen Buffet
ausklingen lassen.
Montag
sind wir zunächst nach Steendam am Schildmeer geradelt – ruhige
Stimmung an einem schönen Sommertag. Über Siddeburen und den
Oostwolderjerweg erreichten wir ’t Waar und Nieuw Scheemda am
Termunterzijldiep. Die Sonne brennt am Himmel. Windmühlen,
Wasserschöpfmühlen – aber keine geöffnete Gaststätte. Erst im
Havencafetje in Scheemda ließ sich der Durst löschen. Vom
Winschoter Diep wird derzeit die Schifffahrtsverbindung zum
Oldambtmeer gebaut, bei der Weiterfahrt über Beerta konnten wir die
den Kanal- und Brückenbau sehen. Mittag gab’s im Zentrum von
Nieuwe Schans, neuerdings auch Bad Neuschans genannt. Zügig fuhren
wir entlang der Bundesstraße 436 zum alten Hafen in Weener, hier
wurden die Abschiedsfotos gemacht. Mit der Fähre „Julius“
wollten wir bei Leerort über die Ems übersetzen – aber wir waren
noch ein paar Tage zu früh, die Jann-Berghaus-Brücke war noch nicht
für die Umbauarbeiten gesperrt. Die „Gastronomen“
vom Hotel Preyt hatten in Leer den Gasthof zur Leda am Waageplatz
übernommen – hier haben wir noch kurz nach dem „Rechten“
geschaut bevor uns der letzte Tourenabschnitt zum „Blockhaus“
nach Holtland führte – drei ereignisreiche Tage mit insgesamt
gutem Touren-Wetter waren zu Ende.
Alle
vierzehn Tage heißt es nun zunächst wieder: Sonntags 9:30 Uhr für
zwei Stunden Training, Abfahrt ab NEZ/ehemals Sparkasse. Und wir
freuen uns inzwischen sehr, dass immer mehr sportliche Frauen dann
teilnehmen und den Herd kalt lassen!
Dietrich
Rupert
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